Ich & mein Problem

Hier stelle ich mich mal kurz vor.

Ich bin 62 Jahre alt und seit fast 16 Jahren sehr glücklich verheiratet. Wohl zum zweiten Mal. Habe drei Söhne, die alle schon erwachsen sind und ihren eigenen Hausstand führen. Von Beruf bin ich Hausfrau. Als alle drei Jungs in die Pubertät kamen, war es besser, wenn ich jeden Tag zu Hause sein konnte. Nicht, dass wir Angst hatten, dass sie uns mal die Hütte über dem Kopf anzünden, nein – es war einfach besser so.

Durch und nach meiner ersten Ehe war ich sehr krank. Ich hatte eigentlich schon von Klein auf Probleme mit meiner Verdauung. Stress und Ärger haben schon immer mein Innenleben zur Revolte angestachelt. Nur das Leben mit meinem ersten Ehemann, die Trennung (zog sich über Jahre hin), die Scheidung und dann die alleinige Verantwortung für meine Buben haben meinen Körper fast in den Ruin getrieben. Das war im Jahr 1998 ein Darmverschluss, 2000 ein kleiner Schlaganfall und 2001 dann eine schwere Darmoperation. In den Jahren ab 2014 kamen noch die Diagnosen Osteoporose und Arthrose dazu.

Anfangs habe ich auf eigene Kosten eine Ernährungsberatung aufgesucht. Allerdings nur zwei Mal. Das war wirklich ein Witz. Eine Stunde lang wurde die inzwischen wohl Jedem bekannte Ernährungspyramide erklärt und beim zweiten Treffen durften wir bunte Bildchen aus einer Zeitschrift ausschneiden, die wir alle auf den Fußboden legten und uns darum stellten. Jeder sollte nun aus diesem Bilderpuzzle etwas auf sein Leben projizieren. Sorry – aber ich konnte leider nicht einen roten Lippenstift, oder das neue Parfum von Chanel in Zusammenhang mit meinem Essverhalten bringen. Soviel zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Ernährungsberatung.

Eine Zeit lang habe ich mich mit meinem verrückt spielenden Innenleben abgefunden und irgendwie arrangiert. Mit dem Nachteil, dass ich innerhalb sehr kurzer Zeit ordentlich an Gewicht zugenommen habe. Irgendwann zeigte mir meine Waage ein Übergewicht von etwa 30 kg an. So darf es auf keinen Fall weiter gehen. Ich sollte jetzt mal die Reissleine ziehen und meine Lebensweise gravierend ändern. Und zwar meine Essgewohnheiten (Ernährung) und das besonders auch im Urlaub (Freizeit), sowie meine mangelnde Bewegung. Auch die Mediziner wurden langsam ungehalten und wurden zu einem sehr wichtigen Bestandteil in meinem Alltag. Bei so viel Übergewicht klatschen die ja nur noch in die Hände, zaubern Diagnosen mit den passenden Medikamenten auf ein Rezept, mit Nebenwirkungen, die mir richtig Angst machen und wollen Untersuchungen durchführen, die mich in Panik versetzen.

Bis zum 3. Oktober 2013. Da habe ich zusammen mit meinem lieben Mann diesen Blog ins Leben gerufen. Etwas, worüber ich aus eigener Erfahrung sehr viel reden und schreiben kann. Etwas, wo ich mir von Herzen wünsche, viele Gleichgesinnte, Interessierte und Betroffene zu finden. Sie mit meinem Problem ansprechen, aber nicht belästigen, vielleicht eher auch mal belustigen. Sicher hat doch der Ein oder Andere auch mit zu hohem Gewicht zu tun, Probleme durch seine falsche Ernährung und weiss nicht, warum sein Körper so reagiert, wie er reagiert!